Das Gut Kalkhof vor den Toren der Stadt Wanfried war am 17. September 1945 Verhandlungsort des Wanfrieder Abkommens. In dieser Vereinbarung ging es um einen Gebietsaustausch: Bis dahin lag ein vier Kilometer langer Abschnitt der zur sogenannten "Kanonenbahn" gehörenden Bahnlinie zwischen Bebra und Göttingen im Bereich der sowjetischen Besatzungszone. Es handelte sich um den Abschnitt zwischen dem Bebenroth-Tunnel bei Unterrieden und dem Viadukt bei Oberrieden. Hier kam es immer wieder zu Unterbrechungen durch sowjetische Streitkräfte am Haltepunkt Werleshausen.
Im Zuge des Gebietsaustauschs wurden 761 Hektar mit 429 Einwohnern in den Dörfern Sickenberg, Asbach, Vatterode, Weidenbach (Mackenrode) und Hennigerode aus dem Landkreis Witzenhausen der Sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen. Die Eichsfelder Dörfer Neuseesen und Werleshausen aus dem Landkreis Worbis mit 560 Einwohnern und 845 Hektar Fläche gehörten nun zur amerikanischen Besatzungszone.
Auf einer zum Wanfrieder Abkommen gehörenden Karte werden die alte und die neu festgelegte Demarkationslinie aufgezeigt.
Anschließend stießen die Beteiligten mit Whisky und Wodka auf ihren Vertrag an, deswegen wurde das Abkommen auch "Whisky-Wodka-Abkommen" und die Eisenbahnstrecke "Whisky-Wodka-Linie" genannt.
Die russische Schreibmaschine, auf der das Abkommen geschrieben wurde, befindet sich im Grenzmuseum Schifflersgrund, das das Abkommen auch thematisiert.
Das Rittergut Kalkhof ist heute ein Reiterhof mit mehreren Ferienwohnungen und einer Gruppenunterkunft.
Kalkhof
37281 Wanfried
www.rittergut-wanfried.de
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