• Literarischer Vortrag

99. Literatur-Gespräch

Matthias Brandt - »Nein sagen«

Über den Mut, nein zu sagen: Angesichts der neuen Bedrohung der Demokratie durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erinnert der Schauspieler Matthias Brandt an den Mut der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen gegen das NS-Regime. Matthias Brandt hielt 2025 eine denkwürdige Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee, dem Ort, an dem viele der Beteiligten an dem Attentat gegen Adolf Hitler hingerichtet wurden.

Als Sohn des Emigranten und späteren Bundeskanzlers Willy Brandt und seiner Frau Rut, die beide ebenfalls zum Widerstand gehörten, nahm Matthias Brandt die Rede zum Anlass, aus heutiger Sicht über den Mut und die Motive der Verschwörer des 20. Juli und vieler anderer Widerstandskämpfer und -kämpferinnen, nachzudenken und auch sich selbst über notwendige Konsequenzen aus der Geschichte zu befragen.

Den Ausschlag, sich mit diesem, auf seiner Rede basierenden Buch politisch zu äußern, gaben für Matthias Brandt die bedrohliche Wiederkehr des Rechtsextremismus und die Wahlerfolge der AfD.

Matthias Frederik Brandt arbeitet als Schauspieler, Hörspiel- und Hörbuchsprecher sowie Autor. Seit 1989 trat er in über 80 Film- und Fernsehproduktionen auf und wirkte in zahlreichen Theaterstücken.

Brandt wurde 1961 in Berlin als jüngster von drei Söhnen des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt (1913 - 1992) und dessen Frau Rut Hansen (1920 - 2006) geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Bonn. Dort entdeckte er im Schultheater seine Liebe zur Schauspielerei. Als er 18 Jahre alt war, trennten sich seine Eltern. 

Brandt studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Schauspiel. Es folgten zahlreiche Engagements, u. a. im Schauspielhaus Zürich, Schauspielhaus Bochum und Berliner Ensemble. 1989 war Brandt in seiner ersten Rolle vor der Kamera zu sehen. 2003 übernahm er in dem Fernsehfilm »Im Schatten der Macht«, der die letzten Tage vor dem Rücktritt Willy Brandts vom Amt des Bundeskanzlers schildert, die Rolle des Günter Guillaume. 

Für seine Schauspielkunst erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den Grimme Preis, Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Kamera. 2016 erschien sein erstes Buch. Er lebt in Berlin, ist verheiratet und hat eine Tochter.

Moderation: Hilka Wagner

Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstalter: Culturinitiative Melsungen gemeinsam

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Eintritt frei

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Autor:in

Melsunger Land