Auf dem Programm stehen besondere Werke von Orgelkomponisten aus Deutschland aus verschiedenen Epochen:
Das monumentale Präludium und Fuge e-Moll (BWV 548) entstand in Bachs reifer Leipziger Zeit (zwischen 1727 und 1736) und gilt als eines seiner architektonisch gewaltigsten Orgelwerke. Besonders berühmt ist die Fuge aufgrund ihrer außergewöhnlichen „Keilschrift“-Struktur, bei der sich das chromatische Thema fächerartig weitet und in virtuose, fast konzertante Solopassagen mündet. Mit seiner chromatischen Tiefe und der enormen zeitlichen Dimension nimmt das Werk eine Sonderstellung ein und wird aufgrund seines ernsten Charakters häufig mit der Passionsmusik Bachs in Verbindung gebracht.
Mendelssohns Orgelsonate Nr. 6 in d-Moll (op. 65) aus dem Jahr 1845 basiert vollständig auf dem lutherischen Choral „Vater unser im Himmelreich“ und gilt als eines der bedeutendsten Werke der romantischen Orgelmusik. Das Werk ist unkonventionell strukturiert und beginnt mit einem ausgedehnten Variationszyklus über das Choralthema, gefolgt von einer strengen Fuge und einem friedvollen „Finale. Andante“ in D-Dur. Anstatt der klassischen Sonatenform nutzte Mendelssohn hier ein Bachsches Kompositionsprinzip, bei dem die Orgel als orchestraler Klangkörper fungiert und eine Brücke zwischen barocker Kontrapunktik und romantischer Ausdruckskraft schlägt.
Die Toccata und Fuge d-Moll/D-Dur aus den Zwölf Stücken op. 59 gehört zu Regers populärsten Orgelwerken, da sie seine komplexe Tonsprache in eine besonders zugängliche und dramatische Form gießt.
Während die Toccata mit wilden Kaskaden und wuchtigen Akkorden eine fast improvisatorische Energie entfaltet, besticht die anschließende Fuge durch ihre klare Struktur und die schrittweise Steigerung hin zu einem glanzvollen D-Dur-Abschluss.
Das Werkpaar ist ein Paradebeispiel für Regers Fähigkeit, barocke Formen wie die von Bach mit der extremen Chromatik und den gewaltigen Klangfarben der Spätromantik zu verschmelzen.
Im Jahr 2026 jährt sich der 350. Todestag von Paul Gerhardt (gestorben am 27. Mai 1676), was deutschlandweit mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen und Konzerten gewürdigt wird. Aus diesem Anlass sind Orgelbearbeitungen eines seiner bekanntesten Lieder, „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ im Programm.
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Witzenhausen
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