Das Programm dieses Konzertes ist von zwei Komponisten geprägt: Louis Vierne und Jean Langlais.
Der französische Komponist Louis Vierne (1870–1937) erlangte vor allem als Titularorganist an der Kathedrale Notre-Dame de Paris Weltruhm. Neben seinem reichhaltigen Orgelwerk gibt es eine Anzahl von kleineren Chorwerken, die dazu ein intimes Gegenstück bilden. Alle diese Werke sind in unserem Konzert – um Wechsel von Chor und Solistin - zu hören. Sie zeichnen sich durch eine Verbindung von tiefem religiösem Ernst und einer farbenreichen, spätromantischen Harmonik aus. Da er fast blind war, ist seine Musik oft von einer besonderen atmosphärischen Dichte geprägt, die er als „inneres Licht“ bezeichnete.
Tantum ergo (Op. 2): Ein frühes Werk, das die klassische französische Motettentradition widerspiegelt.
Ave Maria (Op. 3): Eines seiner am häufigsten aufgeführten kleineren Stücke, geschätzt für seine schlichte Eleganz und liturgische Brauchbarkeit.
Ave verum (Op. 15): Ein Werk, das durch seine harmonische Raffinesse bereits auf seine späteren großen Orgelzyklen vorausweist.
Cantique à Saint Louis de Gonzague (1926): Ein späteres Werk, das die Reife seines Stils demonstriert.
Die 1952 komponierte „Missa in simplicitate“ ist eines der persönlichsten und meistaufgeführten geistlichen Werke des französischen Komponisten Jean Langlais (1907–1991). Langlais, der wie sein Vorbild Louis Vierne blind war, schuf diese Messe in einer Phase großer künstlerischer Reife. Sie gilt als Dokument einer tiefen, schlichten Frömmigkeit und markiert einen Höhepunkt in seinem umfangreichen Schaffen für die Liturgie.
Entsprechend ihrem Titel „in simplicitate“ (in Einfachheit) zeichnet sich die Messe durch eine reduzierte, aber wirkungsvolle Besetzung aus: geschrieben für eine Solostimme (Sopran oder Mezzosopran) oder einen einstimmigen Chor (Unisono) mit Begleitung von Orgel oder Harmonium. Obwohl die Messe formal einfach gehalten ist, besticht sie durch die für Langlais typische moderne, aber dennoch klangschöne Tonsprache. Das Werk verbindet die modalen Traditionen des Gregorianischen Chorals mit der farbenreichen, teils komplexen Harmonik der französischen Orgelschule des 20. Jahrhunderts. Die Musik schwankt zwischen meditativer Innigkeit (besonders im Agnus Dei) und einer pathetischen, feierlichen Strenge.
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Witzenhausen
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