Die Stiftung der Hohen Hospitäler durch Landgraf Philipp zwischen Mittelalter und Neuzeit

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Philipp von Hessen gründete 1533–1542 vier Hospitäler für arme Landbevölkerung, teils in Ex-Klöstern. Drei bestehen noch. Mit Aufnahmeordnung und medizinischer Hilfe wurde ein frühes Modell neuer Sozialpolitik geschaffen.

In den Jahren 1533 bis 1542 stiftete Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen vier Hohe, d.h. landesherrliche Hospitäler für die arme Landbevölkerung. Für seine Gründung nutzte er drei aufgehobene Klöster und eine Pfarrei mit zugewiesenem Besitz. Drei der Fürsorgeeinrichtungen (Haina, Merxhausen und das Philippshospital) existieren bis heute, die vierte Anstalt (Gronau am Rhein) wurde infolge der Kriegszerstörungen 1648 aufgelöst. Konzeptionell knüpfte der Landgraf, der sich auf seine Ahnin Elisabeth von Thüringen berief, an die Versorgung Armer und Kranker im Mittelalter an, wies aber zugleich den Weg zu einer neuzeitlichen Sozialpolitik, nämlich durch versorgungsnahe Standorte, geregelte Aufnahmeverfahren, eine an den Leiden der Hilfsbedürftigen orientierte Binnendifferenzierung der relativ großen Häuser und nicht zuletzt durch die den Standards der Zeit entsprechenden medizinischen Angebote. Seine Stiftung verstand der Landgraf als „neue Caritas“, die nur für die wirklich Armen bestimmt war. Das fromme Werk fand nicht zuletzt auch bei katholischen Fürsten Beachtung.

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